Dienstag, 13. Oktober 2015

Israel – Von der Dürre zum Wasserüberschuss

2007 hat die israelische Regierung ihre Bürger zum Wassersparen aufgerufen. Der Grundwasserspiegel des Sees Genezareth war bedrohlich gesunken und auch der Jordan war nur mehr ein kleines Bächlein.

Acht Jahre später, produziert Israel einen Wasserüberschuss und das in einer Region welche üblicherweise unter chronischem Wassermangel leidet. Bis zum Jahr 2050 soll laut OECD etwa 40 % der Weltbevölkerung davon betroffen sein.

Wie konnte aber Israel den Wassermangel beseitigen? Durch den Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen an der Mittelmeerküste. Das Meerwasser wird mit gewaltigem Druck durch Kunststoffmembranen gepresst. Dieses Verfahren nennt man Umkehrosmose. Das hierbei „gewonnene“ Wasser deckt mittlerweile die Hälfte des israelischen Trinkwasserbedarfs. Klingt zwar alles super allerdings ist das auch mit enormen Kosten verbunden und diese werden, no na, an die Bauern und Konsumenten weiter gegeben. Das Problem ist, dass die Anlagen schon so viel Wasser entsalzen, dass es mehr ist als die Menschen in ihren privaten Haushalten verwenden können. Was hat man also getan? Man hat die Bauern dazu „zwangsverpflichtet“ ihre Felder damit zu bewässern. Diese haben damit nicht wirklich eine Freude. Sie benutzten früher nämlich das weitaus billigere Klärwasser. 

Problematisch ist halt, dass die Anlagen nicht flexibel rauf- und runtergefahren werden können. Es ist ja vollkommen sinnfrei, wenn die Felder mit Wasser aus diesen Anlagen bewässert werden... Zu allem Überdruss bereitet Israel mit seiner Technologie auch mehr Abwasser auf als jedes andere Land... 

In Wahrheit ist die neue Technologie Israels für jene Länder welche ebenso viel Landwirtschaft betreiben und unter Trockenheit leiden, ein Vorbild. Aufgrund von Platzmangel an der Mittelmeerküste denkt Israel bereits über Offshore-Anlagen in Form von mobilen Entsalzungsschiffen nach.