Donnerstag, 22. Oktober 2015

Die Angst der Erzkonservativen vor Papst Franziskus steigt täglich

Nur wenige Tage vor Abschluss der Synode lassen seine Gegner über die Internetzeitung „Quotidiano nazionale“ die Welt wissen, dass der Papst vor Monaten in einer Spezialklinik war, um sich dort von einem Spezialisten wegen eines Gehirntumors behandeln zu lassen. Der Tumor wäre gutartig und ohne Operation heilbar. Man habe lange überlegt diesen Artikel zu veröffentlichen... Ja eh und dann wird er vier Tage vor dem Ende der Synode veröffentlicht... Der Vatikan hat diesen Bericht umgehend energisch dementiert. Papst Franziskus hat wahrlich genug Feinde und viele wären froh, wenn er weg wäre. Gegen den Papst der vieles umkrempelt formiert sich eine breite Front von Erzkonservativen aus Nord- und Südamerika (unglaublich aber wahr), Afrikaner, einige Osteuropäer und bestimmt auch einige aus der römischen Kurie. Bis zu seinem Amtsantritt hatten diese ein schönes Leben...


George Pell (er gehört zum konservativen Block) spricht in einem Interview sogar von einem Kampf zweier Visionen... Er wünsche sich am Ausgang der Synode Klarheit.

Damit alle wissen wie man George Pell einzuordnen hat folgende Zusammenfassung: 2008 warfen ihm Opfer von sexuellem Missbrauch die Vertuschung ihrer Fälle vor. Als 2014, von Papst Franziskus, die päpstliche Kinderschutzkommission gegründet wurde, bezeichnete Peter Saunders (ein Kommissionsmitglied) im Mai 2015 Kardinal Pell nicht nur als kalt, hart und soziopathisch, sondern er legte dem Papst auch nahe Pell aus sämtlichen Ämtern zu entfernen. Pell bestritt z. B. dem Neffen und Opfer des verurteilten Priesters Ridsdahle ein Schweigegeld geboten zu haben, damit dieser die Anschuldigungen gegen den Täter fallen lasse...

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte im scharfen Ton in Richtung Pell: "Wir sind bei der Synode nicht in einer Schlacht...“
Die Kernfrage der Synode wird wohl sein wie man mit Menschen umgeht welche geschieden und wiederverheiratet sind. Gleichzeitig werden auch die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften eine harte Verhandlungsnuss werden. 

Das „Problem“ der wiederverheirateten dürfte in Europa deutlicher ausgeprägt sein als z. B. in Südamerika. Dort haben die Menschen nicht so große Probleme mit der verweigerten Kommunion und sind gleichzeitig oft trotzdem ausgezeichnete Helfer in der Seelsorge.

Angeblich existiert bei der Synode ein Kompromissvorschlag aufgrund dessen bei jedem Geschiedenen einzeln entschieden werden soll... In der Synode gab es bisher 248 Wort“spenden“ und nicht einmal 20 davon haben sich für eine derartige Einzelfalllösung ausgesprochen. Also das wird es wohl nicht werden. Einen Ermessensspielraum für die nationalen Bischofskonferenzen zu schaffen wird wohl auch nicht so einfach funktionieren. Sollen die Polen strenger als z. B. die Deutschen behandelt werden? Wenn ja, wird es dann einen sonntäglichen Messetourismus geben und die Polen nach Deutschland fahren, um sich dort die Kommunion zu holen? 

Auf alle Fälle wird es in wenigen Tagen ganz spannend. Dann werden wir erfahren, ob sich die Erzkonservativen oder die Erneuerer durchgesetzt haben. 

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/kirche-und-familie-wohin-die-synode-von-papst-franziskus-steuert-a-1058912.html