Sonntag, 26. April 2015

Die Textilindustrie will vermehrt in Subsahara-Afrika produzieren

Für eine internationale Studie namens "Sourcing in a volatile world – the East Africa opportunity" befragte McKinsey &Company jene führenden Einkaufschefs von Bekleidungsunternehmen, welche für rund 70 Mrd. US-Dollar Einkaufsvolumen verantwortlich sind.

Die Staaten aus Subsahara-Afrika (das sind jene 49 afrikanischen Staaten welche sich südlich der Sahara befinden), werden von den Einkaufsverantwortlichen in Europa und den USA als kommende Beschaffungsorte genannt. Die Textilunternehmen sind sehr stark an dieses Gebiet als Sourcing-Region interessiert. Für 40 % der Einkaufsverantwortlichen sind der Meinung, dass Subsahara-Afrika in den nächsten fünf Jahren für die Textilbranche an Bedeutung gewinnen wird. Bei der letzten derartigen Befragung im Jahre 2013 waren 24 % der Einkaufschefs von dieser Ansicht überzeugt.

In den nächsten fünf Jahren planen die Einkäufer ihren Beschaffungsanteil in Subsahara-Afrika von 0,3 % auf 2,8 % auszubauen. Am weltweiten Exportvolumen für Bekleidung entspricht der derzeitige Anteil von Subsahara-Afrika lediglich 2,56 Milliarden US-Dollar. Dies erläuterte der McKinsey-Partner Achim Berg. Für diese Region sieht er gute Chancen sich positiv zu entwickeln und auch für die Sozial- und Umweltschutzstandards gute Bedingungen zu schaffen.

Auf die Frage welche Sourcing-Staaten in Zukunft die bedeutendsten sind wurden der Reihenfolge nach Bangladesch, Vietnam, Myanmar und Äthiopien genannt. Mit Äthiopien ist in dieser Liste erstmalig ein afrikanischer Staat vertreten.

In den nächsten fünf Jahren wollen 28 % der Chefeinkäufer mit dem Sourcing in Äthiopien beginnen. Mit dem Sourcing Programm in Kenia wollen immerhin 13 % der Befragten starten. Generell kann gesagt werden, dass die Einkaufschefs vor allem Ostafrika in ihr Blickfeld genommen haben. Jedes vierte der befragten Unternehmen hat im letzten Jahr bereits in Subsahara-Afrika eingekauft.

Weltweit stammen derzeit 39 % der Bekleidungsexporte aus China. Der Gesamtwert liegt dabei bei sagenhaften 177 Milliarden US-Dollar. Bangladesch, Vietnam und Myanmar erwirtschaften zusammen etwa 13 % der globalen Bekleidungsexporte.

75 % der Einkaufsverantwortlichen wollen zumindest Teile der Produktion in andere Staaten verlagern. Sie sind der Ansicht, dass es hauptsächlich die Wechselkurse und Lohnkosten sind, welche den größten Einfluss auf die Sourcing-Kosten haben werden. Für die Einkäufer aus den USA sind dies hingegen die Rohmaterialkosten.