Sonntag, 19. April 2015

Papst Franziskus über den Menschenhandel und die Flüchtlinge im Mittelmeer

Europa darf Italien beim Thema Flüchtlingsproblematik nicht im Stich lassen. Die Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika, welche nach Europa flüchten, brauchen unsere Solidarität. Diese Worte richtete er an die Verantwortlichen Europas bei seinem ersten offiziellen Treffen mit dem neuen italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella. Der Sizilianer und praktizierende Katholik ist seit dem 3. Februar 2015 der neue italienische Staatschef. Der Papst richtete einen Appell an die Wertegemeinschaft in welchem er zum Ausdruck brachte, dass aufgrund der ständig wachsenden Flüchtlingszahlen auch ein höheres Maß an Einsatz zu verlangen ist.

Letzten Samstag sprach der Papst bei einer Audienz für die Teilnehmer einer Vatikan-Konferenz gegen Menschenhandel davon, dass es einer globalen Strategie bedarf um den Menschenhandel zu besiegen. Es gibt eine neue Form von Sklaverei. Eine sogenannte moderne Form der Sklaverei. Die Kinder würden als Organspender missbraucht, die Frauen als Sexsklavinnen und viele Menschen in Arbeitslagern. Die Täter wenden verschiedenste Arten von Gewalt an, um die Würde der betroffenen Menschen zu verletzen. Es geht ihnen dabei einzig und alleine um den Profit durch Ausbeutung. Man muss sich dem Problem zuerst einmal überhaupt bewusst werden. Oftmals will man das aber gar nicht sehen, weil es skandalös und politisch nicht korrekt ist. Außerdem stellen wir uns gerne vor, dass dies nur in den weit entfernten Staaten passiert, aber nicht in der eigenen Stadt oder im eigenen Viertel. Wir brauchen eine weltweite Regelung um alle zu bestrafen welche sich am Menschenhandel mitschuldig machen. Viel zu oft würden auch staatliche Institutionen den Menschenhandel beschützen statt zu bekämpfen...

Beim heutigen Regina Caeli-Gebet auf dem Petersplatz musste Papst Franziskus an eine neuerliche Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer erinnern. In der Nacht von Samstag auf Sonntag sind vermutlich 700 Flüchtlinge ertrunken. Menschen welche auf der Suche nach einem besseren Leben waren.