Sonntag, 5. April 2015

Whistleblowerin Chelsea Manning vorm. Bradley Manning in Zukunft auf twitter

Chelsea Manning, die zu 35 Jahre Gefängnis verurteilte Whistleblowerin (ist ein Informant, der Missstände wie z.B. Korruption, Insiderhandel und Menschenrechtsverletzungen, oder allgemeine Gefahren, von denen er an seinem Arbeitsplatz erfährt, an die Öffentlichkeit bringt) wird sich künftig per Twitter verständigen können.


Unter dem Nutzernamen @xychelsea können in Zukunft deren Nachrichten verfolgt werden. Dies gab die Leakingplattform Wikileaks bekannt. Chelsea wird ihre Botschaften per SMS an einen Kreis engster Unterstützer senden, welche diese dann twittern.


Manning startete im Jahre 2007 eine Karriere bei den US-Streitkräften und wurde im zweiten Irakkrieg als Nachrichtenanalyst eingesetzt und hatte daher auch Zugang zu geheimen Informationen der US-Regierung. Einige davon gab sie aufgrund schwerer Kriegsverbrechen seitens der USA, an die Leakingplattform WikiLeaks weiter.


Als Begründung für diesen Schritt gab Manning unter anderem an:



Ich halte diese Dokumente nach wie vor für einige der wichtigsten Dokumente unserer Zeit. Ich glaubte, die Depeschen würden uns nicht schaden, aber sie würden peinlich sein. Ich glaubte, dass die Öffentlichkeit, insbesondere die amerikanische Öffentlichkeit eine allgemeine Debatte über das Militär und unsere Außenpolitik im Irak und in Afghanistan führen wird, wenn sie denn einmal diese Dokumente lesen könnte. Es wäre damit eine Chance für unsere Gesellschaft gegeben, sich Rechenschaft über diese Form des Gegen-Terrorismus abzulegen, in dem wir die menschliche Seite der Bewohner in diesen Ländern Tag für Tag missachten.“



Vor allem die Videoaufnahmen sorgten dabei für ein enormes Aufsehen. Unter dem Titel Collateral Murder veröffentliche Wikileaks die von Manning zugespielten Video-Aufzeichnungen. Sie zeigen die Erschießung von irakischen Zivilisten und Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters durch die US-Armee. Die Besatzung des angreifenden Kampfhubschraubers verhält sich dabei so, als ob es sich um ein Computerspiel handeln würde...






Diese Aufnahmen sind nichts für schwache Nerven und nicht für Kinder bzw. Jugendliche unter 18 Jahren geeignet.



Ende Juli 2013 wurde Manning in 19 Anklagepunkten, unter anderem “Spionage” und “Dokumentendiebstahl”, zu besagten 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Gegensatz zur US-Justiz ist für die Unterstützer von Manning “Das Aufdecken von Kriegsverbrechen kein Verbrechen”



Bis es dazu kommt ist es nun zu mindest möglich mit Manning per Twitter in Kontakt zu bleiben.