Freitag, 2. Oktober 2015

In einem Heurigen kurz vor der Wiener Wahl - Vorsicht Satire!


Man hat es als armer, bedauernswerter Politiker nicht leicht

Kurz vor der Wahl darf man sich keine Fehler erlauben,
muss immer lieb und freundlich sein, hunderte Hände schütteln,
bei tausenden Selfies mit drauf sein
und noch mehr Alkohol trinken...


Naja, wir befinden uns in Österreich und zur Begrüßung
muss man schon ein Schluckerl trinken und eines geht sowieso immer noch
und naja beim Verabschieden ist das letzte Achterl sowieso Pflicht

Die Parteien haben sich darauf natürlich schon längst eingestellt
und als Spitzenkandidaten die dafür perfekten Persönlichkeiten engagiert


In einem Grinzinger Nobelheurigen treffen sich nach einem harten Tag in der Wahlkampftour Bürgermeister Michael Häupl, H.C. Bumsti Strache, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Manfred Juraczka zum Erfahrungsaustausch bezüglich der Problematik Alkohol im Wahlkampf

Häupl: 
A Wahnsinn is das! Kinder des is ma nimma wurscht! So vü hob i net amoi in meiner Studienzeit gsoffn.

Vassilakou: 
Aber geh Bärli. Du vertragst scho was gell. Du bist ja ein klitzekleiner Quartalssäufer. Wer hat denn einmal vor der Kamera gesagt, dass er vier Gspritzte am Tag trinkt? Du warst das Du lieber Brummbär!

Häupl:
Oiso geh bitte. Des is jo goa nix. Da trinken andere viel mehr. Das kannst mir schon glaubn.

Strache: 
Na eh klar. Der Herr Bürgermeister sauft halt für a Gschwür für Wien. Das schaut ihm wieder ähnlich. Na wie viel war es denn heute so?

Häupl: 
Mehr als zehn Spritzer waren es bestimmt. Aber woat i kann ja nachrechnen. Acht Wahlkampfveranstaltungen, überall drei Gspritzte san... Ui... jo bist Du deppat... Na servas. So vü is ma goa net vorkommen. Aber Du hast sicher a gnua intus. Deine glasign Augn kommen ja a net afoch so daher. Wie viel war es bei Dir?

Strache: 
Na eigentlich gar net so schlimm. I war aber in a paar Discotheken und dort hab ich mit den jungen Leuten, welche sich übrigens sehr stark für Politik interessieren....

Vassilakou: 
Nachdem Sie eine Lokalrunde bezahlt haben...

Strache: 
Mein Gott sind Sie kleinlich... ja hab ich... na und... ich habe ja schließlich als Politiker auch eine gewisse Verantwortung und muss daher schauen, dass diese jungen Leute nicht zu viel Geld von ihren hart verdienten und doch sehr bescheidenen Löhnen für ein bisserl Luxus ausgeben...

Vassilakou: 
So kann mans auch sehen...

Häupl: 
Jetzt lass ihn doch ihn Ruh! Ich will endlich wissen wie viel er gsoffn hat. Also wie viel Heinzi?

Strache: 
Also es waren insgesamt vier Discotheken und... Ups... Jessas... Das hätt ich mir nicht gedacht... Es waren 8 Bacardi Cola und 20 Tequila.

Vassilakou: 
Gar keine drei Bier...

Strache: 
Jetzt werdens aber wirklich grauslich. Wie schauts eigentlich mit ihnen aus? Ganz so nüchtern wirkens auch nimma. Ein bisserl zu viel Dauergrinsen ist da schon dabei.

Vassilakou: 
Naja das eine oder andere Flascherl Bier ist schon gangan. Ich war halt in den Gürtel Lokalen und im Cafe Siebenstern. Also so genau weiß ich das jetzt natürlich nicht mehr. Aber so wichtig ist das doch nicht. Übrigens habe ich ein ganz tolles Plakat der FPÖ gesehen.

Strache: 
Das kommt jetzt aber doch überraschend. Aber herzlichen Dank dafür, dass Sie wenigstens in einem Bereich die wunderbaren Leistungen unserer Partei anerkennen. Um welches Plakat handelt es sich?

Vassilakou: 
Sie sind gegen ihn, weil er für Euch ist.

Strache: 
Das ist aber schon eines unserer älteren Plakate

Vassilakou:
Stimmt! Das hat sogar der selige Jörg Haider verwendet! Was ist denn mit dem Manfred los? Mandi was is?

Juraczka: 
Mir is schlecht... Mir is so schlecht...

Häupl: 
Na servas. Der muas oba uandlich vü tschechert hobn. Was hast denn alles getrunken Manfred?

Juraczka: 
Eine Flasche Sekt.

Häupl:
Und sonst? Was denn sonst noch Manfred?

Vassilakou: 
Geh Brummbär lass ihn. Er muss sich noch erholen. Er wird gleich weiter aufzähln. Also geht’s schon wieder?

Juraczka: 
Was aufzähln?

Strache: 
 Na was Du sonst noch getrunken hast.

Juraczka: 
Nix. Das reicht jo eh. Das ist doch enorm viel. Mir ist so schlecht.

Häupl: 
Net bös sein. Aber so kannst in Wien nix reissen lieber Manfred. Komm und schlaf Deinen Rausch aus.

In diesem Moment torkelt eine mehr als nur angeheiterte Ursula Stenzel herein und begrüßt die Anwesenden mit dem Stinkefinger.

Stenzel: 
Hallo! Ich bins Euer Präsident!

Strache: 
Ja Ursula! Um Himmels Willen was ist passiert?

Stenzel: 
Nix. Alles ist super!
trällert
Griechischer Wein!

Strache: 
Wo hast Du Dich herumgetrieben?

Stenzel: 
Wahlkampf halt. Zuerst war ich bei jeder Veranstaltung wo der Häupl war und hab nachher mit den Leuten dort diskutiert und ein bisserl was trunken, danach bin ich zufällig in vier Discotheken gelandet wo Du lieber Heinzi heute warst und habe mit den jungen Leuten ein bisserl gsoffn und beim Karaoke mitgmacht. Mit Griechischer Wein habe ich dann den ersten Platz gemacht und eine Flasche Magnum gewonnen. Die war echt lecker. Dann bin ich noch in diversen Lokalen beim Gürtel gewesen und habe dort weil ich so einen Durst gehabt habe das eine oder andere Bierchen getrunken. Irgendwann war ich dann bei irgend so einer versnobbten Party und habe ein paar Flascherl Sekt getrunken und jetzt würde ich gerne ein paar kleine Spritzer trinken. Mein Hals ist ja schon wieder so furchtbar trocken. Wenn wir schon alle beisammen sind könnten wir auch gleich über die Koalition nach der Wahl reden.

Häupl: 
Du wirkst schon wieder so nüchtern. Wie mochst Du des?

Stenzel: 
Ein bisserl einen Schnupftabak und eine Zigarre dazu und passt. Aber bevor wir über eine Koalition reden, muss ich mir noch Gedanken über meine heutig Kopulation machen. Alsdann welcher der Herren oder vielleicht gar die Dame dieser Runde will mein heutiges Objekt der Begierde sein?

Mit entsetzten Gesichtern, weit aufgerissenen Augen und so schnell sie können, machen sich die Anwesenden aus dem Staub.

Stenzel: 
Auch egal. Dann ruf ich halt meinen ehemaligen Mitstreiter, den Sebastian an. Der ist mir eh noch was schuldig...




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