Dienstag, 28. Juni 2016

Brexit – Die Briten sind immer wieder zum Scherzen aufgelegt

Kaum haben sich die Briten im Referendum für den EU-Ausstieg entschieden, handeln sie so als ob sie für ja votiert hätten und stellen bereits die nächsten Forderungen. Was es diesmal ist? Der britische Gesundheitsminister, ich will seinen Namen gar nicht einmal erwähnen, hat allen Ernstes gemeint, dass wenn die EU bereit wäre den Zuzug von Migranten aus der EU nach Großbritannien zu reglementieren, man darüber reden könne ein zweites Referendum abzuhalten! Außerdem müsse es ganz logisch sein, dass Großbritannien weiterhin zum EU-Binnenraum gehört... Was genau hat er beim Referendum über den Austritt aus der EU nicht verstanden?


Immerhin ist der britische Finanzminister in der Lage die derzeitige Lage kurz und bündig zu erklären. Selbstverständlich wird die Wirtschaft nun schwächeln und das Land ärmer. Steuererhöhungen und Einsparungen sozialer Leistungen würden nun unausweichlich sein.

Die Ratingagenturen Fitch sowie S&P haben Großbritannien nicht nur die Bestnote entzogen, sondern sogar auf die Stufe AA heruntergestuft. Wer der Meinung ist, dass so etwas eh egal ist, dem kann ich nur dann beipflichten, wenn der Staat keine Schulden hat. Bei jeder Schuldenaufnahme sind allerdings durch die Herabstufung der Bonität nun höhere Zinsen zu bezahlen.

Irgendwie seltsam ist es, wenn sich nun der Reihe nach die diversen Rechtspopulisten aus ganz Europa zu Wort melden und nun ebenso raus aus der EU wollen? Haben sie die letzten Jahrzehnte verschlafen? Wir leben mittlerweile in einer globalisierten Welt, da hat man wirtschaftlich betrachtet, als alleiniger Staat keine Chance mehr.

Typen wie George Soros nehmen ihren Hedgefonds und platzieren unmittelbar nach dem britischen Votum eine 100.000.000 Euro Wette auf einen weiteren Kursverfall der Deutschen Bank. Einfach mal so. Das ist für ihn nicht mehr als ein Wechselgeld.

Vermutlich wollen aber sämtliche Rechtspopulisten zwar raus aus der EU (mit sämtlichen Haftungen), aber bestimmt wollen sie sich die Rosinen erhalten (da handelt es sich dann bestimmt um wohlerworbene Rechte...).

Was mich noch beschäftigt. Wenn sich jetzt sämtliche europäische Rechtspopulisten zusammenschließen, werden diese dann ein vereintes Europa der Heimattreuen anstreben? Also auch wiederum eine Europäische Union?