Dienstag, 21. Juni 2016

Die bisherigen Leistungen des ÖFB Nationalteams bei der EM 2016 aus Sicht der Fans

Das österreichische Fußballnationalteam beherrscht, trotz einer Flut unfreiwillig satirischer Beiträge der Wahlbeisitzer zur österreichischen Bundespräsidentenwahl, die Tagesthemen der Österreicher.

Erinnern wir uns ein bisserl zurück:

Nach einer höchst erfolgreichen Qualifikation, es gab bei insgesamt zehn Spielen phantastische neun Siege und ein Unentschieden zu bejubeln, setzte der Durchschnittsösterreicher die Erwartungshaltung an das Nationalteam ziemlich weit unten an und gab das Erreichen des EM Halbfinales als Minimalziel aus. Das es dem Team erstmals auf sportlichem Wege gelungen ist eine EM Qualifikation zu schaffen und die Jungs möglicherweise doch ein wenig „aufgeregt“ sein könnten bei diesem Turnier dabei zu sein, wurde von den mehr als acht Millionen österreichischen Teamchefs erfolgreich verdrängt.


Österreich wurde in die Gruppe F „hineingelost“. Die Gegner würden Ungarn, Portugal und Island lauten. Ungarn und Island wurden aus Sicht des fachkundigen Publikums als Jausengegner abgetan und Portugal halt als schwerer Brocken hingenommen. Das wir die Ungarn letztmals 1996 in einem Freundschaftsspiel besiegt haben war ziemlich wurscht, weil wir ja derzeit in der Weltrangliste auf Platz 10 zu finden sind und die Nachbarn ja „nur“ auf Platz 20. Logischerweise waren wir also der große Favorit. Island wiederum hat ja „nur“ die Niederlande auf dem Weg zur EM nach Frankreich eliminiert, ist also somit nur durch Zufall dabei...


Erstes Spiel bei der EM gegen Ungarn

Nachdem der österreichische Fan schon etwas zappelig wurde, weil die heimische Mannschaft in den ersten 20 Sekunden noch keine echte Torchance hatte, wurde er in der 21. Sekunde durch David Alaba aus dem Halbschlaf gerissen. Großartiger Schuss aus mehr als 20 Meter Entfernung zum Tor und der Ball prallt von der Innenstange zurück ins Spielfeld.

Nach zehn Minuten konnte David Alaba seine nunmehr bereits zweite Torchance nicht verwenden. Ungarns Torhüter Kiraly verhinderte die Führung. In der 15. Minute folgte eine der furchtbarsten Szenen des Spiels. Zlatko Junuzovic verknöchelt und ein Ungar besorgt mit einem unabsichtlich gezielt ausgeführten Tritt den Rest... Junuzovic spielt zwar bis zur 60. Minute weiter, muß dann allerdings verletzungsbedingt endgültig passen. In der 25. Minute zwingt er allerdings noch den 40-jährigen Torhüter der Ungarn zu einer Glanztat, um die Führung der Österreicher, zu vereiteln.

In der 30. Minute spielt Marko Arnautovic einen herrlichen Querpass knapp vor dem Tor. Marc Janko schimpft noch mit ihm, dass ihm der Ball nicht exakt auf den Fuß hüpft um von dort ins Tor zu kullern. Währenddessen sprintet Martin Harnik etwa 20 Meter dem Ball entgegen, um ihn vielleicht doch noch über die Linie zu bugsieren. Positiv sei dabei zu vermelden, dass Harnik bei dieser Aktion seinem Gegenspieler mindestens fünf Meter abgenommen hat. Negativ ist aber zu verlautbaren, dass er im Rutschen zwar noch irgendwie an den freien Ball kam, sich letztlich aber mit dem rechten Fuß auf das linke Bein geschossen hat. Der Ball kullerte somit leider nicht ins Tor...

In der 62. Minute hatte Ungarn die erste echte Torchance und – verwertete diese... Bereits in der 66. Minute konnte Österreich durch einen Treffer von Martin Hinteregger über das 1:1 jubeln. Blöd war allerdings dabei nur, dass der Schiedsrichter Sekundenbruchteile davor bereits abgepfiffen hat, um Aleksandar Dragovic auszuschließen... Er wollte nach einem Eckball ebenfalls aufs Tor schießen, verfehlte allerdings den Ball und traf statt dessen einen ungarischen Verteidiger. Nach seiner völlig berechtigten gelben Karte in der ersten Hälfte, hieß es nunmehr mit seiner zweiten gelben Karte an diesem Abend – ab unter die Dusche. Österreich musste von nun an mit zehn Mann versuchen den Ausgleich zu erzielen. Die Ungarn kloppten die Ösis ab so gut und hart sie konnten und bekamen dafür auch des Öfteren ein bitterböses Du Du... vom Schiedsrichter zu hören – sonst nix.... In der 87. Minute wurde das österreichische Team dann klassisch ausgekontert und Ungarn gewann 2:0.

Fakt ist, dass Österreich extrem nervös spielte und viele Spieler, im Vergleich zu den EM Qualifikationsspielen, ein Schatten ihrer selbst waren.

Im Internet gab es allerdings statt aufmunternder Worte einen wahren Shitstorm auf so manchen Nationalspieler. David Alaba wurde innerhalb weniger Augenblicke von Österreichs Nationalstolz zum Antikicker. Geht sein Schuss in der 21. Sekunde um drei Zentimeter nach links, zappelt der Ball im Netz und er ist der Größte auf Lebenszeit. Weil der Ball dies aber nicht tat, so befindet sich David Alaba halt in einer grottenschlechten Verfassung und seine Aufstellung ist selbstverständlich zu hinterfragen.... Martin Harnik ist sowieso ein Chancentod... Das kaum ein anderer Spieler auf der Welt diesen Ball überhaupt noch irgendwie erwischt hätte, lassen die fußballbegeisterten Biertrinker und Schnitzelesser nicht gelten. Ob die jemals selbst Fußball gespielt haben...


Zweites Spiel der Österreich bei der EM – Der Gegner heißt Portugal

Der fachkundige österreichische Fußballfan, weiß selbstverständlich alles über die portugiesische Nationalmannschaft. Die haben Cristiano Ronaldo und sonst halt auch noch ein paar die um Welten besser sind als unsere Kicker. Gegen die hamma eh ka Chance. Wir sollten uns lieber net blamieren und am besten gar net erst antreten, sondern gleich heim fahren...

Die Ausgangsposition vor dem Match ist folgendermaßen. Damit wir noch eine Chance haben ins Achtelfinale der Europameisterschaft aufzusteigen, brauchen wir zumindest einen Punkt gegen die Portugiesen und im abschließenden Gruppenspiel gegen die Isländer sogar einen Sieg. Die Isländer haben den Portugiesen nämlich blöderweise ein 1:1 abgeknöpft.

Die Partie beginnt und bereits nach drei Minuten versucht Martin Harnik den Ball mit dem Kopf im gegnerischen Gehäuse unterzubekommen. Es misslingt und daheim vor dem Fernseher werden die Rufe nach Marc Janko laut. Der wurde zwar nach dem ersten Match heftigst kritisiert, weil er gar nichts gezeigt hat und besser gar nimma mitspielen soll, aber jetzt wo er am Bankerl sitzt, weiß halb Österreich, dass der den Ball ganz sicher rein geköpft hätte...

Nach der dritten Spielminute entwickelt sich ein offener Schlagabtausch zwischen Cristiano Ronaldo und dem österreichischen Teamtorhüter Robert Almer. Der heimische Torhüter zieht dem portugiesischen Superstar mit seinen Paraden ein ums andere Mal den Nerv und bringt den Weltstar sogar dazu einen Elfmeter durch einen Stangenschuss zu „versemmeln“.

Die österreichische Offensive beschränkt sich auf lediglich zwei weitere Schüsse auf das gegnerische Tor. Einmal wird ein von David Alaba, beinahe bei der Cornerfahne getretener direkter Freistoß gerade noch vor der Torlinie und den heranstürmenden Martin Harnik weggekratzt und kurz nach der Pause zwingt Stefan Ilsanker, mit einem gut platzierten Schuss aus fast 25 Metern, den portugiesischen Torhüter zu einer Heldentat (seine einzige an diesem Abend). Ansonsten ist zu vermelden, dass die Österreicher wie die Löwen gekämpft haben um das 0:0 über die Zeit zu retten.

Marko Arnautovic entwickelt sich im Laufe der Partie zu einer echten Alternative als Verteidiger. Teamchef Marcel Koller ist davon begeistert und gelobt Marko in der abschließenden Gruppenpartie gegen Island wieder in der Nähe des gegnerischen Strafraums spielen zu lassen. David Alaba wird in der 65. Minute sogar gegen den österreichischen Shooting Star im Nationalteam, Alessandro Schöpf, ausgewechselt. In den sozialen Netzwerken entwickelt sich Alaba immer mehr zum Buhmann... Seine Verdienste um den österreichischen Fußball in den letzten Jahren, werden binnen weniger Postings, ad acta gelegt... Zum Glück stärken ihm seine Mannschaftskollegen umgehend den Rücken.

Das ist halt der kleine, feine Unterschied. Es sollte heißen den Rücken stärken und nicht in den Rücken fallen...

Im Internet wird nach der Partie gegen Portugal, Torhüter Robert Almer zum unumschränkten Star der österreichischen Fußball Nationalmannschaft. Gerüchten zufolge hat sein Stammverein, Austria Wien, das Faxgerät ausgeschaltet, den PC abgedreht und das Telefonkabel durchgeschnitten, um keinerlei Anfragen über einen möglichen Transferwechsel des Goalies zu ermöglichen...