Dienstag, 30. Juni 2015

Die EU, Griechenland und dann war da noch … Demokratie... Wer braucht denn so etwas?

Am 5. Juli 2015 stimmen die Griechen also darüber ab, ob sie die Forderungen der internationalen Geldgeber erfüllen wollen oder nicht. Der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat bereits festgestellt, dass ein Nein auf dem Stimmzettel, ein Nein zu Europa bedeutet... Aha...


Die Angie hat in der Zwischenzeit bestimmt wieder hundertmal mit ihrem Aufpasser namens Barack Obama telefoniert. Angeblich spricht er sich dafür aus, dass man mit Griechenland weiter verhandelt... Warum denn nur? Hat da vielleicht jemand Angst, dass die Griechen zu viele Deals mit den Russen eingehen und den Amis so einiges vom neu gefundenen Erdöl und Erdgas durch die Lappen geht?

Seit Montag sind in Griechenland die Banken geschlossen. Das soll auch bis zur Abstimmung so bleiben. Die täglichen Barabhebungen der Griechen wurden mit sagenhaften 60 Euro limitiert. Einzig und alleine die Touristen dürfen mehr abheben. Die Ratingagentur Fitch ist der Ansicht, dass ohne der Einführung von Kapitalverkehrskontrollen (so nennt man das dann also) sowohl die griechische Nationalbank, als auch Piraeus, die Eurobank und Alpha bereits zahlungsunfähig wären.

Rein theoretisch hätte Griechenland bis Mittwoch 6 Uhr MESZ Zeit, um an den Internationalen Währungsfonds die geforderten 1,54 Milliarden Euro zu bezahlen. Im Grunde genommen ist das aber eh ziemlich wurscht, weil der IWF für den ziemlich wahrscheinlichen Fall, dass die Griechen nicht bezahlen gar keine Sanktionsmöglichkeit besitzt...

Was wird wohl passieren? Naja die weiteren Hilfen für Griechenland finden nicht statt. Außerdem darf der Währungsfonds ganz streng dreinschauen und dreimal DU, DU, DU böses Griechenland sagen... ermahnen heißt das dann im Amtsdeutsch...

Einen Monat später hat die Währungschefin Lagarde die Ehre den Exekutivrat über den Zahlungsrückstand zu informieren... Die wissen das zwar logischerweise eh schon längst, aber alles muss ja schließlich seine Ordnung haben...

Nach insgesamt drei Monaten entscheidet der Exekutivrat darüber, ob es eine offizielle Beschwerde gibt... also hochoffiziell dreimal DU, DU, DU böses Griechenland...

Nach nur fünfzehn Monaten :-) geht’s aber in die Vollen! Der Währungsfonds könnte, ja er könnte feststellen, dass er nicht mehr mit Griechenland zusammenarbeiten will! Das kann dann bis zum Verlust der griechischen Mitgliedschaft führen!

Ganz so hart sind die aber anscheinend eh nicht... Simbabwe, Somalia und der Sudan sind mit ihren Kreditrückzahlungen seit Ewigkeiten in Verzug und noch immer Mitglied...

Besonders interessant ist es wenn ich über die Merkel lese, dass die Gespräche weiterhin nicht gekappt sind und die Tür für weitere Gespräche offen ist... Über den neuen Vorschlag der Griechen wonach der Europäische Rettungsfonds den Finanzbedarf Griechenlands für die nächsten beiden Jahre decken soll und gleichzeitig umgeschuldet wird, will die Kanzlerin aber nicht reden... aber gesprächsbereit ist sie angeblich schon... nur halt nicht vor der Abstimmung... und danach vermutlich auch nur dann, wenn ihr das Ergebnis passt... und Barack Obama es ausdrücklich erlaubt...