Dienstag, 23. Juni 2015

Der Sentinel-Satellit kann die Flüchtlingsströme beobachten

Heute ist um 3.52h vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana die europäische Arianespace mit einer Vega-Rakete gestartet, um den nächsten Satelliten der Sentinel Serie ins All zu befördern.

Nach einer knappen Stunde erreichte der Satellit Sentinel-2A, seine Position im Weltall (in 786 km Höhe). Dort wird der 1,1 Tonnen schwere Satellit die Erde umkreisen, um für das Erdbeobachtungsprogramm namens Copernicus klimarelevante Parameter zu liefern. Der erste Satellit der Sentinel Serie (Sentinel-1A) ist bereits im Jahr 2014 gestartet. Insgesamt will die ESA, bis zum Jahr 2021, zehn Sentinel-Satelliten für das Copernicus Programm, um die Erde kreisen lassen.

Das gesamte Projekt kostet sechs Milliarden Euro. Dabei werden die Daten der zehn Satelliten mit jenen von anderen Raumfahrtprojekten kombiniert. Genauso fließen die Informationen und Messungen von Ballons, Flugzeugen, Wetterstationen, Flusspegeln oder Messbojen, in das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus, ein.

Der Satellit Sentinel-2A, hat die Aufgabe die Erdoberfläche detailliert abzutasten. Es sollen jede Menge Daten über die Landoberflächen, die Ozeane und die Atmosphäre gesammelt werden. Diese Daten sollen frei zugänglich sein. Man erhofft sich von den Daten, dass man bei Katastrophen oder Ernteproblemen, gezielter und schneller helfen zu können. Mit Copernicus soll die Entwicklung des Klimas analysiert werden. Die Politiker können über Strukturmaßnahmen entscheiden, weil Copernicus auch Daten über das Wachstum der Städte liefert.

Zum Copernicus Programm gibt es allerdings auch heftige Kritik. Mit dem Datenmaterial aus Radar- oder Spektralaufnahmen, wird nämlich auch die Grenzüberwachung einfacher. Copernicus ist außerdem in der Lage die Flüchtlingsströme zu erfassen und so einen Beitrag zur Grenzsicherung leisten...
http://www.zeit.de/wissen/2015-06/europaeische-weltraumorganisation-satellit-senitel-weltall